Technik-Lexikon

ID #1042

Parallel (Schnittstelle)

In den Anfangszeiten des Computers hat jeder Hersteller für sein Endgerät eine eigene Schnittstelle entwickelt. So z. B. auch der Drucker-Hersteller Centronics. Er hat eine der ersten parallelen Schnittstellen für Drucker eingeführt. Diese Schnittstelle hat sich nach und nach auch bei anderen Herstellern durchgesetzt. Durch die Möglichkeit der bidirektionalen Übertragung können an der Centronics-Schnittstelle auch CD-ROMs, Festplatten und Streamer betrieben werden. Bevor sich die USB-Schnittstelle durchsetzte war der Anschluß von Scannern und Wechselmedien-Laufwerken (z. B. ZIP-Drive) an der parallelen Schnittstelle durchaus üblich. Durch Erweitung des Protokoll-Teils konnten die Geräte auch hintereinander geschaltet werden. Ein Gerät mußte dann neben dem Parallel-Eingang auch einen Ausgang für ein weiteres Gerät haben. Die parallele Schnittstelle kann gleichzeitig 8 Bit übertragen, wobei jedes Bit eine eigene Leitung hat. Zusätzlich gibt es Steuerleitungen, die für den Betrieb eines Druckers dedacht sind. Jede Daten- und Steuerleitung ist mit einer Masseleitung verdrillt. So kommt man auf der Druckerseite auf einen 36poligen Amphenol-Stecker (siehe im Bild rechter Stecker), der sich am Drucker mit Klammern befestigen läßt (siehe rechtes Bild). Die Belegung dieses Steckers ist an Pin 1 bis 11 und 16 bei nahezu jedem Drucker gleich. Die andern Pins weichen je nach Hersteller ab. Auf der Seite des Computers wird ein 25poliger Sub-D-Stecker (siehe Bild linker Stecker) verwendet. Die Centronics-Schnittstelle arbeitet mit TTL-Pegeln (+5V und 0V) auf den Signalleitungen. Die Länge der Leitung zwischen Computer und Drucker sollte nicht mehr als 2 bis 3 m betragen. Je hochwertiger das Kabel, desto länger darf es sein. 5 m ist jedoch die Obergrenze für eine fehlerfreie Datenübertragung. Die englische Bezeichnung für die Centronics-Schnittstelle ist LPT. Diese Bezeichnung ist aus der Zeit abgeleitet, wo Nadeldrucker den Text zeilenweise ausgegeben haben. Im englischen hießen diese Drucker Line Printer (LPT). Übersetzt heißt das soviel wie Zeilendrucker. Die heutigen Drucker generieren den Ausdruck seitenweise. Die Schnittstellen-Bezeichnung LPT1, LPT2 und LPT3 ist jedoch immer noch geblieben. Obwohl die Centronics-Schnittstelle keiner offiziellen Normierung unterlag, hat sie sich zum Industrie-Standard entwickelt. Einige Jahre später hat sich aus dem Urstandard der herstellerübergreifende Standard EPP (Enhanced Parallel Port) entwickelt. Der EPP nutzt die selben physikalischen Eigenschaften der Centronics-Schnittstelle. Deutlich gesteigert wurde die Übertragungsrate. Etwas später wurde mit dem Standard ECP (Enhanced Capabilities Port) die Transferleistung erneut erhöht, was sich in der Praxis kaum bemerkbar machte. Nachteilig war die Notwendigkeit eines DMA-Kanals, der für andere Zwecke nicht benutzt werden konnte.

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Letzte Änderung des Artikels: 2005-09-16 10:20
Verfasser des Artikels: Carsten Höhndorf
Revision: 1.0

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